BYDs Flashladen-Netz erreicht 10.000 Stationen. Das Laden mit bis zu 1.500 kW kommt nach Europa – 3.000 Stationen, zuerst in DE, FR, IT, ES und UK.
Bild-Quelle: BYD
BYD-Flashladen: 10.000 Stationen in China – Europa-Ausbau läuft an
BYD beschleunigt den Aufbau seines ultraschnellen Ladenetzes. Am 28. August erreicht das „Flash Charging“-Netz in China 10.000 Stationen – mit der Fertigstellung eines Vorzeigestandorts in Shenzhen. Das ist eine Verdopplung seit Anfang April und die Hälfte des Jahresziels von 20.000 Stationen; um es zu erreichen, müsste BYD in den kommenden vier Monaten rund 80 Stationen pro Tag bauen.
Das Flashladen liefert bis zu 1.500 kW und lädt Fahrzeuge mit BYDs zweiter Blade-Batterie-Generation von 10 auf 70 Prozent in fünf Minuten. Zum Vergleich: Die meisten Elektroautos in Europa laden mit bis zu 400 kW, die schnellsten öffentlichen Säulen (etwa von Ionity) mit 350 kW. BYDs 1.500-kW-Stationen wären damit die leistungsstärksten öffentlichen Lader auf dem Kontinent.
Und genau dorthin kommt die Technik: BYD hat den Europa-Ausbau bereits gestartet. Erstmals öffentlich lief eine Flash-Station im April in Frankreich, parallel zum Europastart der Premiummarke Denza (Z9 GT). Geplant sind 3.000 Stationen in Europa – 6.000 außerhalb Chinas – binnen zwölf Monaten, zuerst in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien. Allein in Großbritannien sind bis Jahresende 300 Stationen vorgesehen. Aufgebaut werden sie an bestehenden Standorten von Partnern, nicht komplett neu.
| Meilenstein | 10.000 Flash-Stationen in China (28.08.2026) |
|---|---|
| Tempo | verdoppelt seit Anfang April |
| China-Jahresziel | 20.000 Stationen (Ende 2026) |
| Ladeleistung | bis 1.500 kW (10–70 % in 5 Minuten) |
| Europa-Ziel | 3.000 Stationen (6.000 außerhalb Chinas) in 12 Monaten |
| Erste Europa-Märkte | Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien |
| Erste Station Europa | Frankreich (April 2026, mit Denza Z9 GT) |
| Großbritannien bis Jahresende | 300 Stationen |
| Nutzbar mit | Fahrzeugen mit 2. Gen. Blade-Batterie (zunächst Denza) |
Die 1.500-kW-Spitzenwerte hängen von Netzanschluss und Fahrzeug ab. In Europa nutzen die Denza-Modelle den CCS2-Anschluss.
Was das für deutsche Käufer bedeutet
Für deutsche E-Auto-Fahrer ist das potenziell eine große Sache: Lädt ein Auto tatsächlich in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent, käme der Ladestopp einem Tankstopp nahe. Der Haken bleibt: Zunächst profitieren nur Fahrzeuge mit BYDs neuer Batterie und passender 1.000-Volt-Technik – in Europa vor allem die Premiummarke Denza. Und das Netz muss hierzulande erst wachsen.
Bemerkenswert ist die Kampfansage an Tesla und Ionity: BYD will nicht nur schneller laden, sondern über Batteriespeicher an den Stationen auch günstigeren Strom anbieten – nachts geladen, tagsüber abgegeben. Ob die versprochenen Spitzenwerte in der europäischen Praxis erreicht werden und wann das Netz dicht genug ist, sind die entscheidenden Fragen. Mehr zur Technik dahinter im Beitrag BYD-Flashladen und Blade-Batterie 2.0.
Mit dem Flashladen verzahnt BYD Fahrzeug- und Ladegeschäft – ein Modell, das an Teslas Supercharger-Strategie erinnert, aber mit deutlich höherer Leistung. In China zeigt das Tempo von 10.000 Stationen, wie ernst es BYD meint. Für Europa ist entscheidend, ob der Konzern das gleiche Tempo hinbekommt und die Technik über die Premiummarke Denza hinaus für weitere Modelle öffnet.

