Jaecoo 7 war das meistverkaufte Auto.
Bild-Quelle: Jaecoo
Fast jedes vierte neue Auto in Großbritannien von einer China-Marke
Der britische Automarkt hatte mit 350.536 Neuzulassungen den stärksten September seit 2017, ein Plus von 12 Prozent. Traditionell ist der September dort ein Spitzenmonat, weil das neue Kennzeichenjahr beginnt – diesmal mit der Kennung „76“.
Chinesische Marken kamen auf 81.776 Fahrzeuge und 23,3 Prozent Marktanteil. Im September 2025 waren es 38.934 Fahrzeuge und 12,4 Prozent. Der Anteil hat sich innerhalb eines Jahres also fast verdoppelt. Elektroautos erreichten insgesamt 28,3 Prozent der Neuzulassungen, ein Plus von 36,3 Prozent beim Absatz.
| Neuzulassungen UK gesamt | 350.536 (+12,0 %) |
| Chinesische Marken gesamt | 81.776 |
| Anteil chinesischer Marken | 23,3 % (Vorjahr 12,4 %) |
| BYD | 20.140 (+78,7 %), Platz 2 der Marken |
| MG | 18.026, Platz 4 der Marken |
| Jaecoo | rund 15.050 |
| Omoda | 7.241 |
| Chery-Gruppe (Jaecoo, Omoda, Chery, Lepas) | über 32.000 |
| Meistverkauftes Modell | Jaecoo 7 (rund 10.800) |
| Zum Vergleich: China-Anteil Deutschland | 6,1 % |
Stand 8. Oktober 2026. Vorläufige SMMT-Zahlen für September 2026; Einzelwerte weichen je nach Auswertung um wenige Fahrzeuge ab. Polestar ist nicht als chinesische Marke gezählt.
Jaecoo 7 schlägt Model 3 und Ford Puma
Spitzenreiter im September war der Jaecoo 7 mit rund 10.800 Zulassungen, vor dem Tesla Model 3 (9.929) und dem Ford Puma (6.958). Seit Jahresbeginn kommt das SUV auf knapp 39.500 Einheiten und ist damit das zweitmeistverkaufte Auto des Jahres in Großbritannien. Die Marke Jaecoo ist dort erst seit 2025 am Start.
Zusammen mit Omoda, Chery und Lepas kam die Chery-Gruppe auf mehr als 32.000 Zulassungen. Auch der MG HS schaffte es mit 5.444 Einheiten in die Top 10 des Gesamtmarkts.
Elektroautos: BYD Sealion 7 und Leapmotor B10 in den Top 10
Bei den reinen Elektroautos führt Tesla mit Model 3 und Model Y. Dahinter folgen gleich zwei BYD-Modelle: der Sealion 7 mit 3.191 und der Seal mit 3.184 Zulassungen. Auf Platz 10 steht der Leapmotor B10 mit 1.883 Einheiten – ein Erfolg für das Stellantis-Partnerunternehmen.
BYD steigerte sich über alle Antriebe hinweg um 78,7 Prozent auf 20.140 Zulassungen.
Warum Großbritannien weiter ist als Deutschland
Der wichtigste Unterschied: Großbritannien erhebt keine Sonderzölle auf Elektroautos aus China, die EU dagegen schon. Brüssel drängt London deshalb, nachzuziehen – wir berichteten, dass die EU Großbritannien zu Zöllen auf chinesische E-Autos bewegen will.
In Deutschland wächst der Anteil ebenfalls, aber auf niedrigerem Niveau: Im September kamen chinesische Marken laut KBA-Daten auf 15.784 Neuzulassungen und 6,1 Prozent Marktanteil. Die Details stehen in unserer Auswertung der deutschen Septemberzahlen.
Großbritannien zeigt, wie schnell chinesische Marken wachsen können, wenn keine Zusatzzölle im Weg stehen. Für Deutschland ist das kein Automatismus: Hier bremsen die EU-Zölle bei Elektroautos, und die Marken setzen stärker auf Plug-in-Hybride – genau die könnten bald selbst ins Visier der EU geraten.

