BYDs Premium-Marke Yangwang wird zu den ersten gehören, die Modelle mit Feststoffbatterie auf den Markt bringen.
Bild-Quelle: BYD / Yangwang
BYD nennt Datum: Feststoffbatterie soll 2027 ins Testauto
BYD hat sich erstmals konkret zum Zeitplan seiner Feststoffbatterie geäußert. Vize-Konzernchefin Stella Li bestätigte in einem Interview im spanischen Valencia, dass der weltgrößte E-Auto-Hersteller die Technik schon nächstes Jahr – also 2027 – in ein Fahrzeug einbauen wird. Wichtig dabei: Es handelt sich um einen technischen Demonstrator, nicht um ein Serienauto zum Kaufen.
Der Fahrplan dahinter ist gestaffelt: Rund um 2027 plant BYD eine Kleinserie von etwa 1.000 Testfahrzeugen, die großserientaugliche Massenproduktion erst um 2030. Als erste Modelle sollen die Edelmarken Yangwang und das Flaggschiff Denza die Technik bekommen – dort lassen sich die anfangs hohen Materialkosten am ehesten verkraften. Erst danach soll die Feststoffbatterie in günstigere Modelle wandern. BYD-Chefwissenschaftler Lian Yubo dämpft die Erwartungen zusätzlich: Flüssige Lithium-Ionen-Akkus und Feststoffbatterien würden noch 15 bis 20 Jahre nebeneinander existieren.
Der Reiz der Technik ist groß: BYDs Feststoffzellen auf Sulfid-Basis zielen auf eine Energiedichte von 400 Wh/kg, Reichweiten von über 1.200 Kilometern und ein Nachladen von 80 Prozent in rund zehn Minuten. Weil eine feste statt einer flüssigen Elektrolyt-Schicht schwerer entflammbar ist, gilt die Feststoffbatterie zudem als sicherer. Das sind allerdings Zielwerte der Entwicklung, keine bestätigten Serienangaben.
| Ankündigung | erstes Fahrzeug mit Feststoffbatterie 2027 (Testwagen) |
|---|---|
| Quelle der Aussage | BYD-Vizechefin Stella Li (Interview in Valencia) |
| Kleinserie | ~1.000 Testfahrzeuge um 2027 |
| Großserie | um 2030 |
| Erste Modelle | Edelmarken Yangwang und Denza |
| Technik | Sulfid-Feststoffzellen, Ziel 400 Wh/kg |
| Ziel-Reichweite / Laden | über 1.200 km; 80 % in ~10 Minuten |
| Status | technischer Demonstrator, kein Serien-/Verkaufsstart |
| Einordnung | flüssige Akkus bleiben laut BYD noch 15–20 Jahre parallel |
Die genannten Werte sind Entwicklungsziele, keine bestätigten Serienangaben. Ein Testfahrzeug im Jahr 2027 ist noch kein käufliches Auto.
Was das für den deutschen Markt bedeutet
Für deutsche Käufer ist die Nachricht vor allem ein Signal, kein baldiges Kaufangebot. Bevor eine Feststoffbatterie hierzulande beim Händler steht, dürften Jahre vergehen – realistisch nach 2030 und zuerst in teuren Modellen. Immerhin: Weil BYD mit Yangwang und Denza beginnt und Denza bereits in Deutschland verkauft wird, könnten deutsche Premiumkunden zu den Ersten gehören, die die Technik zu sehen bekommen.
Strategisch ist der Zeitplan brisant, weil die Feststoffbatterie als der große Technologiesprung gilt, um den alle ringen – auch VW, BMW, Toyota und der Batteriegigant CATL. Dass BYD ausgerechnet in Europa ein konkretes Datum nennt, ist eine Kampfansage an die deutschen Hersteller, die eigene Feststoff-Programme verfolgen. Bemerkenswert ist die Nüchternheit: BYD verspricht keinen Wunder-Akku für morgen, sondern einen geordneten Übergang. Wer 2027 auf ein bezahlbares Feststoff-Serienauto hofft, wird enttäuscht – der Wettlauf ist ein Marathon, kein Sprint.
Feststoffbatterien sind das meistversprochene und am häufigsten verschobene Versprechen der Elektromobilität. Dass BYD nun ein konkretes Testjahr nennt, ist Fortschritt – aber der Weg vom Demonstrator zur zuverlässigen Massenfertigung ist weit (Vibration, Temperatur, Kosten). Für Deutschland zählt weniger das Datum 2027 als die Frage, wer den Sprung zur bezahlbaren Serie zuerst schafft. Dort liegen BYD, CATL, Toyota und die deutschen Hersteller noch eng beieinander.

