Bundeskanzler Friedrich Merz hat am 12. Oktober angekündigt, die Stromsteuer für alle Verbraucher auf das europäische Mindestniveau zu senken. Für E-Auto-Fahrer, die zu Hause laden, wären das rund 2,3 Cent pro Kilowattstunde weniger – bei durchschnittlicher Fahrleistung gut 60 Euro im Jahr. Ob der Strom an öffentlichen Ladesäulen billiger wird, ist offen. Einen Termin gibt es noch nicht.

Was Merz angekündigt hat

Nach der zweitägigen Klausur der CDU-Spitze in Berlin bestätigte Merz, dass die Stromsteuer nicht nur für Industrie und Landwirtschaft, sondern für alle Stromkunden auf das EU-Minimum sinken soll. Er wolle alles tun, um das schnell umzusetzen. Ein Datum nannte er nicht, ein Gesetzentwurf liegt noch nicht vor, und wie der Bund die Steuerausfälle gegenfinanziert, ist ebenfalls offen.

Heute zahlen Privathaushalte und die meisten Unternehmen 2,05 Cent Stromsteuer pro Kilowattstunde, ein Satz, der seit 2003 unverändert ist. Das produzierende Gewerbe sowie Land- und Forstwirtschaft profitieren bereits seit Januar 2026 vom EU-Mindestsatz von 0,05 Cent. Für private Verbraucher liegt das EU-Minimum bei 0,1 Cent pro Kilowattstunde.

Laden zu Hause: So viel spart die Wallbox

An der heimischen Wallbox wirkt die Senkung direkt, sofern der Stromanbieter sie weitergibt. Von 2,05 auf 0,1 Cent sind es 1,95 Cent netto, inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer rund 2,32 Cent pro Kilowattstunde. Ein E-Auto mit 18 kWh Verbrauch auf 100 Kilometer und 15.000 Kilometern im Jahr zieht etwa 2.700 kWh aus der Wallbox – die Ersparnis läge bei gut 60 Euro jährlich.

Zusammen mit dem Haushaltsstrom wird es spürbarer: Ein Haushalt mit 3.500 kWh Grundverbrauch plus E-Auto käme auf rund 6.200 kWh und damit auf etwa 144 Euro Entlastung im Jahr. Wer sein E-Auto über eine eigene PV-Anlage lädt, profitiert entsprechend weniger.

Stromsteuer heute (Haushalte)2,05 ct/kWh
EU-Mindestsatz Privatverbrauch0,10 ct/kWh
Ersparnis inkl. MwSt.ca. 2,32 ct/kWh
E-Auto, 2.700 kWh/Jahrca. 63 Euro
Haushalt 3.500 kWhca. 81 Euro
Haushalt plus E-Auto, 6.200 kWhca. 144 Euro
Inkrafttretennoch offen

Stand 13.10.2026. Eigene Beispielrechnung; setzt voraus, dass Stromanbieter die Senkung vollständig weitergeben.

Öffentliche Ladesäulen: Entlastung nicht garantiert

Unterwegs ist die Rechnung unsicherer. Ladesäulenbetreiber zählen nicht zum produzierenden Gewerbe und zahlen heute den vollen Satz. Gilt die Senkung künftig für alle Unternehmen, fielen bei ihnen rund 2 Cent netto pro Kilowattstunde weg, für Kunden wären es bei voller Weitergabe etwa 2,4 Cent brutto. Bei einem Ladepreis von 49 Cent entspräche das knapp 5 Prozent, an Schnellladern mit 79 Cent rund 3 Prozent.

Ob die Betreiber das an der Säule weitergeben, ist allerdings offen: Ladepreise werden frei kalkuliert und hängen stärker von Netzentgelten, Hardware- und Standortkosten ab als von der Stromsteuer. Wer viel öffentlich lädt, sollte deshalb eher Tarife vergleichen, als auf die Steuersenkung zu warten. Neben dem Strompreis prägen auch Posten wie die Versicherung chinesischer E-Autos die laufenden Kosten.

Was die Senkung für Käufer bedeutet

Für die Kaufentscheidung ist die Stromsteuer ein kleiner Baustein. Der Kostenvorteil eines E-Autos entsteht vor allem durch günstiges Laden zu Hause – und genau dort wirkt die Senkung am zuverlässigsten. Wer gerade über ein günstiges China-Modell nachdenkt, etwa über einen Import oder ein offiziell angebotenes Modell, sollte die Wallbox-Frage deshalb höher gewichten als die Steuer.

Was E-Auto-Fahrer wissen sollten

Die Senkung ist angekündigt, aber nicht beschlossen. Bis ein Gesetz verabschiedet ist, ändert sich am Strompreis nichts. Danach profitieren Wallbox-Lader sicher, sofern ihr Anbieter die Senkung weitergibt – an öffentlichen Ladesäulen entscheidet allein der Betreiber.

Wann sinkt die Stromsteuer für Privathaushalte?
Ein Termin steht nicht fest. Bundeskanzler Merz hat die Senkung am 12. Oktober 2026 angekündigt, ein Gesetzentwurf liegt aber noch nicht vor.
Wie viel spart man beim Laden des E-Autos zu Hause?
Etwa 2,32 Cent pro Kilowattstunde inklusive Mehrwertsteuer. Bei rund 2.700 kWh Ladestrom im Jahr sind das gut 60 Euro, vorausgesetzt der Stromanbieter gibt die Senkung voll weiter.
Wird Laden an öffentlichen Ladesäulen billiger?
Nicht automatisch. Ladesäulenbetreiber würden zwar rund 2 Cent netto pro Kilowattstunde sparen, ob sie die Preise senken, entscheiden sie aber selbst.
Wie hoch ist die Stromsteuer aktuell?
Für Privathaushalte und die meisten Unternehmen 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Das produzierende Gewerbe sowie Land- und Forstwirtschaft zahlen seit Januar 2026 nur 0,05 Cent.
Was ist der EU-Mindestsatz der Stromsteuer?
Die EU schreibt mindestens 0,1 Cent pro Kilowattstunde für den privaten Verbrauch und 0,05 Cent für betriebliche Nutzung vor.

China verbietet faltbare Displays und sperrt Liegesitze

China will den Technik-Wettlauf im Auto bremsen: Das Industrieministerium MIIT hat mit drei weiteren Behörden am 10. Oktober einen Regelentwurf vorgelegt. Faltbare und flexible Displays sollen verboten, Zero-Gravity- und Drehsitze während der Fahrt gesperrt werden....

BYD Da Han: E-Limousine mit 1.008 km CLTC startet

BYD bringt am 13. Oktober 2026 in China den Da Han auf den Markt, das neue Flaggschiff der Dynasty-Limousinen. Die Elektroversion hat einen 102,3-kWh-Blade-Akku der zweiten Generation, kommt auf bis zu 1.008 km nach CLTC und soll an Megawatt-Ladern in rund neun...

BYD Atto 8: Siebensitzer lädt in 9 Minuten auf 97 Prozent

BYD hat auf dem Pariser Autosalon den Atto 8 vorgestellt, sein neues Elektro-Flaggschiff für Europa. Das 5,04 Meter lange SUV hat sieben Sitze, bis zu 570 kW (775 PS) und eine 115-kWh-Batterie für bis zu 653 km nach WLTP. Vor allem aber ist es das erste BYD-Modell in...

Xpeng L03: 12.136 Bestellungen in Europa, L05 kommt 2027

Xpeng hat für die Mona L03 in Europa 12.136 Bestellungen gesammelt – in weniger als drei Monaten seit der Weltpremiere am 16. Juli in München. Die Zahl nannte der Hersteller am 11. Oktober. Zugleich bestätigte Xpeng das größere SUV Mona L05 für Europa im Jahr 2027....

smart #2 ab 19.990 Euro: Weltpremiere und Bestellstart

Der smart #2 ist da: Auf dem Pariser Autosalon hat smart den elektrischen Nachfolger des fortwo vorgestellt. Der Zweisitzer ist 2,75 Meter lang, kommt bis zu 290 km weit und lädt mit bis zu 65 kW. In Deutschland ist er ab sofort bestellbar, der Einstiegspreis liegt...

EU und China: Hybrid-Exporte sollen sich halbieren

Die EU und China haben sich am 9. Oktober in Peking auf eine Verständigung zu Hybrid-Exporten geeinigt. Laut EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič eröffnet sie die Aussicht, Chinas Exporte von Voll- und Plug-in-Hybriden in die EU um mehr als die Hälfte zu senken. China...

Mach ChinaElektro.de zu deiner bevorzugten Quelle auf Google – so siehst du unsere Berichte zu chinesischen E-Autos häufiger in den Schlagzeilen.

ChinaElektro.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

Kontakt:
redaktion@chinaelektro.de · LinkedIn