MG Motor, die chinesische SAIC-Tochter, baut sein erstes Montagewerk in der Europäischen Union – in der spanischen Region Galicien, nahe der Hafenstadt Ferrol. Die Investition beläuft sich auf rund 200 Millionen Euro, die Kapazität soll bis zu 120.000 Fahrzeuge jährlich erreichen. Produktionsstart ist für 2028 geplant. Die Fabrik ist die direkte Antwort auf die EU-Importzölle von bis zu 45 Prozent auf chinesische Elektroautos.
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SAIC/MG plant erstes EU-Werk in Ferrol, Spanien: 200 Mio. Euro, 120.000 Fahrzeuge/Jahr, 2.000 Jobs. Produktion startet 2028 – Antwort auf EU-Zölle.
Bild-Quelle: MG

„In Europa, für Europa“: MG setzt auf Lokalproduktion

Der chinesische Fahrzeugkonzern SAIC hat am 2. Juni 2026 bestätigt, dass seine Marke MG Motor das erste EU-Montagewerk in Ferrol, Galicien (Nordwestspanien) errichten wird. Das Vorhaben folgt dem Prinzip „in Europa, für Europa“, mit dem MG Motor die Lokalproduktion stärken, Lieferketten verkürzen und sich enger an die EU-Industrie- und Umweltpolitik anpassen will.

Die Anfangsinvestition beträgt rund 200 Millionen Euro. In einer zweiten Ausbauphase soll die Kapazität auf jährlich 120.000 Fahrzeuge wachsen. Das Werk soll laut MG mehr als 2.000 Arbeitsplätze in der Region schaffen.

William Wang, CEO von MG Europa, erklärte: „Wir reagieren nicht nur auf die Zukunft der Mobilität, sondern helfen mit, diese zu definieren. Durch Investitionen in lokale Kapazitäten stärken wir das europäische Automobil-Ökosystem.“

MG / SAIC EU-Werk Spanien – Eckdaten
Standort Ferrol, Galicien, Spanien
Investor SAIC Motor (MG Motor Europa)
Investitionsvolumen ca. 200 Millionen Euro (Phase 1)
Jahreskapazität bis zu 120.000 Fahrzeuge
Arbeitsplätze über 2.000
Produktionsstart 2028 (geplant)
Baubeginn 2027 (nach Genehmigung durch spanische Zentralregierung)
Modelle noch nicht bekannt
Hintergrund Umgehung EU-Importzölle (bis zu 45 % auf China-Import)
MG EU-Absatz Jan–Apr 2026110.413 Fzg. (+11 %) – Platz 1 unter chin. Marken

* Angaben gemäß MG/SAIC-Pressemitteilung vom 2. Juni 2026. Baubeginn und finale Modellauswahl stehen unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung.

Spanien schlägt Ungarn – Zölle als Treiber der EU-Investitionen

Die Wahl fiel auf Spanien, obwohl zuvor auch Ungarn als Standort in der engeren Auswahl war. Spanien überzeugte offenbar mit einer Kombination aus EU-Industrieförderung, einem etablierten Automobil-Ökosystem (Spanien ist nach Deutschland der zweitgrößte Autoproduzent Europas) und niedrigen Energiekosten.

Der eigentliche Treiber hinter der Investition sind die EU-Strafzölle von bis zu 45 Prozent auf in China gefertigte Elektroautos. Diese Zölle machen chinesische Importe preislich unattraktiv – Produktion innerhalb der EU dagegen ist davon befreit. BYD nutzt sein Ungarn-Werk bereits für den Dolphin G DM-i, Leapmotor produziert über die Stellantis-Partnerschaft in Polen. Mit dem Spanien-Werk folgt nun auch SAIC diesem Trend.

Das Werk in Ferrol soll dabei nicht nur Montage, sondern auch Forschung und Entwicklung, Komponentenlieferung und Logistik in einem industriellen Ökosystem bündeln. Welche Modelle dort gefertigt werden, hat MG noch nicht kommuniziert – erwartet werden Elektromodelle für den europäischen Massenmarkt.

Einordnung: Chinesische Hersteller bauen Europa-Infrastruktur aus

Von Januar bis April 2026 war MG mit 110.413 Neuzulassungen die meistverkaufte chinesische Automarke in Europa, vor BYD (ca. 30.000) und Chery. Ein eigenes EU-Werk würde MGs Preisvorteil gegenüber zollbelasteten Konkurrenten mittelfristig weiter ausbauen.

Für Deutschland ist das Werk indirekt relevant: Dort, wo heute noch aus China importierte Modelle unter dem Zollaufschlag leiden, könnten künftig in Spanien gefertigte MG-Fahrzeuge zu deutlich günstigeren Preisen angeboten werden – ein weiteres Druckmittel auf Volkswagen, Stellantis und Renault im Volumensegment.

Häufige Fragen

FAQ: MG / SAIC Fabrik in Spanien

Warum baut MG eine Fabrik in Spanien?
MG baut in Spanien, um die EU-Importzölle von bis zu 45 Prozent auf in China produzierte Elektroautos zu umgehen. Fahrzeuge aus EU-Werken sind von diesen Zöllen befreit, was eine wettbewerbsfähigere Preisgestaltung in Europa ermöglicht.
Wo genau entsteht das MG-Werk in Spanien?
Das Werk entsteht in Ferrol, einer Hafenstadt in der nordwestspanischen Region Galicien. Der genaue Standort bietet Vorteile durch Hafen-Logistik, ein bestehendes Automobil-Ökosystem und Förderanreize der spanischen Regierung.
Wann startet die Produktion im MG-Werk Spanien?
Der Produktionsstart ist für 2028 geplant. Der Baubeginn soll 2027 erfolgen, sofern die spanische Zentralregierung die ausländische Direktinvestition genehmigt.
Wie viele Fahrzeuge soll das MG-Werk in Spanien produzieren?
In der Endausbaustufe soll das Werk bis zu 120.000 Fahrzeuge jährlich produzieren. Die Investition beläuft sich auf rund 200 Millionen Euro, über 2.000 Arbeitsplätze sollen entstehen.
Welche Modelle werden im MG-Werk Spanien gebaut?
MG hat die konkreten Modelle noch nicht bekanntgegeben. Erwartet werden Elektro- und Hybridmodelle für den europäischen Massenmarkt. Welche Baureihen konkret in Ferrol montiert werden, soll in den kommenden Monaten kommuniziert werden.

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Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

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