Die Bundesregierung will die Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektroautos verlängern: Für BEVs mit Erstzulassung bis 31.12.2030 gilt weiterhin bis zu 10 Jahre Steuerfreiheit – spätestens bis 31.12.2035. Das setzt ein Signal kurz vor dem Autogipfel am 09.10. im Kanzleramt und gibt Haushalten wie Flotten neue Planungssicherheit.

KFZ Steuer E-Autos Befreiung bis 2035

Am 6. Oktober 2025 hat die Bundesregierung die Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge (BEV) in Aussicht gestellt. Kern der Maßnahme: Alle BEVs, die bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen werden, bleiben weiterhin von der Kfz-Steuer befreit – und zwar maximal 10 Jahre, jedoch spätestens bis zum 31. Dezember 2035. Die Regel ersetzt die bisherige Befristung, nach der die Steuerbefreiung für Neuzulassungen ab 1. Januar 2026 nicht mehr gegolten hätte.

Was ändert sich gegenüber heute?
Bisher konnten nur E-Autos mit Erstzulassung bis 31.12.2025 von der Befreiung profitieren, die wegen des alten Enddatums 31.12.2030 zunehmend keine vollen zehn Jahre mehr ausschöpfte. Mit der neuen Obergrenze 2035 verschiebt sich dieses „Ablaufdatum“ um fünf Jahre nach hinten. Damit werden E-Autos, die 2026–2030 neu zugelassen werden, wieder in den Kreis der Begünstigten aufgenommen – wenn auch nicht immer über den gesamten 10-Jahres-Zeitraum, denn die Befreiung endet für alle spätestens am 31.12.2035.

Konkrete Beispiele (zur Einordnung):

  • Erstzulassung 15.03.2024 (BEV): Steuerfrei bis 14.03.2034 (volle 10 Jahre, Endgrenze 2035 spielt hier keine Rolle).

  • Erstzulassung 01.02.2030 (BEV): Steuerfrei bis 31.12.2035 (rund 6 Jahre; Deckel greift).

  • Erstzulassung 05.01.2031: Nicht begünstigt – der Stichtag ist 31.12.2030.

Wen umfasst die Regel?
Begünstigt werden reine Elektrofahrzeuge (BEV)Plug-in-Hybride (PHEV) sind nicht eingeschlossen. Neben Pkw profitieren typischerweise auch leichte Nutzfahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb. Für Wasserstoff/Brennstoffzellenfahrzeuge gelten gesonderte Regelungen; der heutige Vorstoß adressiert explizit BEVs.

Warum ist das relevant?

  1. Preissignal & Planungssicherheit: Die Kfz-Steuer entfällt im Begünstigungszeitraum vollständig – das senkt die Total Cost of Ownership (TCO), besonders in Flotten und im Leasing.

  2. Brücke in eine schwächere Nachfragephase: Nach dem Auslaufen mancher Kaufprämien war der E-Auto-Markt zuletzt verunsichert. Die Steuerbefreiung wirkt jetzt als verlässlicher, administrativ einfacher Hebel.

  3. Wettbewerb & Standort: Für Hersteller, Importeure und Handel schafft die Verlängerung berechenbare Rahmenbedingungen – wichtig für Preisgestaltung, Restwerte und Bestandsmanagement.

Was bedeutet das für DACH – speziell für Deutschland?

  • Haushalte erhalten einen klaren Zeitkorridor für Neuanschaffungen bis Ende 2030.

  • Flottenbetreiber können die TCO-Rechnung – trotz Strompreis-Schwankungen – stabilisieren.

  • Händler/Importeure haben eine Argumentationsbasis, die unabhängig von Fördertopf-Budgets wirkt.

  • Kommunen/Dienstleister bekommen Rückenwind für die Elektrifizierung leichter Nutzfahrzeuge.

Ablauf & Rechtsweg:
Die Verlängerung erfordert eine Änderung im Kraftfahrzeugsteuergesetz. Typischer Ablauf: Ressortentwurf → Kabinettsbeschluss → Bundestag → Bundesrat → Verkündung. Bis zur endgültigen Gesetzwerdung bleibt es formal ein geplantes Vorhaben – die politische Linie ist jedoch klar benannt.

Autogipfel am 09.10.2025: Was ist zu erwarten?
Am Donnerstag, 9. Oktober 2025, trifft sich die Spitze von Bund, Ländern mit Auto-Standorten, Herstellern, Zulieferern und Gewerkschaften im Kanzleramt. Die verlängerte Kfz-Steuerbefreiung dient hier als Signal; diskutiert werden zusätzlich: Ladenetz & Netzstabilität, Strompreis-Entlastungen für Gewerbe/Depots, Invest-/F&E-Anreize, Exportbedingungen sowie Konjunkturmaßnahmen für die Branche. Für Verbraucher:innen und Flotten wäre eine Bündelung dieser Punkte – Steuern, Infrastruktur, Energiepreise – der eigentliche Gamechanger: Erst das Zusammenspiel aus TCO-Vorteil (Steuer), verlässlichem Laden und planbaren Stromkosten beschleunigt den Markthochlauf spürbar.

Fazit:
Die Verlängerung bis 2035 korrigiert eine drohende Förderlücke und gibt dem Markt Planungssicherheit. Wer bis Ende 2030 ein BEV zulässt, profitiert steuerlich – teils bis nahe an 2035. Entscheidend wird, ob der Autogipfel zusätzlich Infrastruktur- und Energiekosten-Themen adressiert. Dann kann die Maßnahme mehr sein als ein alleinstehendes Signal – nämlich ein Impuls für stabile E-Auto-TCO in Deutschland.

Regierung verlängert Kfz-Steuerbefreiung: E-Autos mit Erstzulassung bis 31.12.2030, max. 10 Jahre, Auslauf 31.12.2035.
Bild-Quelle: BYD

FAQ

  1. Ist die Steuerbefreiung schon fix? Nein. Sie ist politisch angekündigt, aber noch nicht beschlossen. Rechtssicherheit gibt es erst mit Verkündung.
  2. Welche Fahrzeuge sind begünstigt? Nur reine Elektrofahrzeuge (BEV). Plug-in-Hybride sind ausgeschlossen. Brennstoffzelle hat separate Regeln.
  3. Bis wann muss ich zugelassen haben? Geplant: Erstzulassung bis 31.12.2030. Dann gilt die Befreiung bis zu 10 Jahre, spätestens bis 31.12.2035.
  4. Gilt das auch rückwirkend für bereits zugelassene BEV? Laufende Befreiungen bleiben bestehen. Die neue Frist betrifft künftige Erstzulassungen (bis 31.12.2030).
  5. Wie lange bin ich steuerfrei? Maximal 10 Jahre ab Erstzulassung – oder bis 31.12.2035, je nachdem, was zuerst erreicht ist.
  6. Was passiert nach Ablauf der Befreiung? Danach greift die reguläre Kfz-Steuer (aktuell mit 50 % Ermäßigung für E-Pkw). Änderungen hängen vom finalen Gesetz ab.
  7. Zählt das auch für leichte Nutzfahrzeuge? Ja, sofern es sich um BEV handelt. Details regelt das KraftStG; maßgeblich ist der finale Gesetzestext.
  8. Welche Nachweise brauche ich? Der Erstzulassungstag in den Fahrzeugpapieren ist entscheidend. Die Festsetzung erfolgt durch das Hauptzollamt.
  9. Was bringt das für Flotten/Leasing? Bessere TCO und Planungssicherheit. Entscheidend sind EZ-Timing und Haltedauer, um möglichst viele steuerfreie Jahre mitzunehmen.
  10. Was hat der Autogipfel damit zu tun? Der Autogipfel am 09.10. dient als Signal und Koordination mit weiteren Bausteinen (Ladenetz, Strompreise, Standort). Die Steuerbefreiung dürfte dort bestätigt/terminiert werden, aber Gesetz bleibt Voraussetzung.

EU fordert China zur Selbstbeschränkung bei Hybriden – sonst drohen Zölle

Die EU nimmt sich die nächste Lücke vor: Brüssel hat China laut einem Bericht der „Financial Times" aufgefordert, seine Hybrid-Exporte nach Europa freiwillig zu begrenzen – auf rund 15 Prozent Marktanteil. Andernfalls drohen Sonderzölle auch auf Hybride, die bisher...

Leapmotor will das „Apple der Autos“ werden – zweite Marke ab Q4 2027

Leapmotor will das „Apple der Autos" werden: Auf seinem Technologietag hat der Stellantis-Partner die neue Fahrzeugarchitektur LEAP 5.0, ein eigenes „World Model"-Assistenzsystem und die Batterietechnik CTC 3.0 vorgestellt – und eine zweite, höherwertige Marke ab dem...

Geely Galaxy TT: Sport-Stromer zum halben SU7-Preis

Geely fordert Xiaomi mit dem Kampfpreis heraus: Der neue Galaxy TT, eine sportliche Elektro-Limousine, startet in China ab umgerechnet rund 16.600 Euro – etwa die Hälfte des Xiaomi SU7. Mit 800-Volt-Technik, bis zu 725 km Reichweite und LiDAR ist er technisch top...

Nio bringt Onvo nach Europa – aber erst 2028/2029

Nio bringt seine günstige Familienmarke Onvo nach Europa – allerdings später als geplant: Der Europastart ist nun für 2028/2029 vorgesehen, statt wie zuletzt genannt für 2027. Konzernchef William Li bekräftigte bei seinem Europa-Besuch, dass Nio den Kontinent trotz...

China dominiert den Batteriemarkt: CATL und BYD kontrollieren die Hälfte

Zwei chinesische Konzerne beherrschen den Weltmarkt für E-Auto-Batterien: CATL kommt auf 39,9 Prozent, BYD auf 14,7 Prozent. Zusammen mit fünf weiteren China-Herstellern kontrollieren sie fast drei Viertel des Marktes – eine Abhängigkeit, die auch Europas Autobauer...

Chinas Fünfjahresplan: 70 Prozent Elektro bis 2030 – und ein Angriff auf die Weltspitze

China hat seinen 15. Fünfjahresplan für die E-Auto-Industrie vorgelegt – und macht daraus eine Kampfansage: Bis 2030 sollen 70 Prozent aller neuen Pkw Elektro- oder Hybridautos sein, autonomes Fahren soll in die Breite gehen, und mehrere China-Hersteller sollen in die...

Xpeng G9L: 800-Volt-Flaggschiff startet in China – Europa-Premiere in Paris

Xpengs Flaggschiff-SUV G9L startet am 17. September in China – als Elektro und Range-Extender.Bild-Quelle: Xpeng Xpeng bringt sein neues Flaggschiff-SUV: Der große G9L startet am 17. September in China – als reines Elektroauto und als Range-Extender, immer mit...

Li Auto i9: größtes Elektro-SUV der Marke startet am 16. September

Li Auto stellt am 16. September den i9 vor – ein 5,23-m-Sechssitzer mit drehbaren Sitzen und „Home"-Kabine, rund 400 kW, Batterie zunächst mit CATL-Zellen.Bild-Quelle: Li Auto Li Auto bringt sein bisher größtes Elektro-SUV: Der i9 feiert am 16. September in China...

Leapmotor D19: Luxus-Flaggschiff kommt nach Europa – für rund 70.000 Euro

Leapmotor bringt sein Luxus-Flaggschiff D19 nach Europa: Der 5,20 Meter lange Elektro-SUV mit bis zu 734 PS und riesiger Reichweite soll im Herbst auf dem Pariser Autosalon offiziell vorgestellt werden. Eine erste Preisangabe gibt es auch schon – rund 70.000 Euro. Für...

China-Export: BYD baut Vorsprung aus, Tesla fällt auf Platz vier

Chinas E-Auto-Export wird immer stärker von BYD dominiert: Im August führte der Konzern mit 35,4 Prozent Anteil und 183.746 exportierten Fahrzeugen. Geely und Chery folgen mit je gut 13 Prozent – und Tesla rutschte von Platz drei auf vier ab. Ein Blick auf die Kräfte,...

Mach ChinaElektro.de zu deiner bevorzugten Quelle auf Google – so siehst du unsere Berichte zu chinesischen E-Autos häufiger in den Schlagzeilen.

ChinaElektro.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

Kontakt:
redaktion@chinaelektro.de · LinkedIn