Ein neuer Standardentwurf sieht vor, dass Pkw nach dem Start gedrosselt sind und Performance‑Modi aktiv bestätigt werden müssen. Das könnte auch Export‑Kalibrierungen für Europa prägen.

Nach jedem Start nur reduzierte Performance aktiv? Folgen für EU‑Modelle, Sicherheit & Usability.
Bild-Quelle: XPENG

In China liegt ein Entwurf zur Überarbeitung der „Technischen Bedingungen für die Betriebssicherheit von Kraftfahrzeugen“ vor. Ein Kernpunkt: Pkw sollen nach jedem „Hochfahren“ im leistungsreduzierten Default‑Modus starten; sehr kräftige Beschleunigungsprogramme wären dann nicht dauerhaft aktiv und müssten bewusst angewählt werden. Dazu kommen weitere Anforderungen, u. a. Pedal‑Fehleingabe‑Erkennung und Beschränkungen für Entertainment‑Displays bei Fahrt.

Warum ist das für EU/DE relevant?
Viele in Europa verkaufte China‑EVs werden in China entwickelt und homologiert; Änderungen an Basis‑Kalibrierungen (z. B. Drosselung ab Werk) können 1:1 in Export‑Software fließen. Für Endkund:innen bedeutet das:

  • Usability & Sicherheit: Ein „zahmer“ Default hilft Neulingen mit 300–500 PS‑EVs, Dosierung und Traktion zu behalten – speziell auf nasser Fahrbahn oder mit Winterreifen. Performance‑Modi bleiben abrufbar, aber mit bewusster Aktivierung.

  • Assistenz & HMI: Vorgaben, dass Entertainment‑Video am Fahrerdisplay über 10 km/h gesperrt wird, decken sich mit EU‑Erwartungen (Ablenkungsreduktion) und könnten Menülogik und Sprachhinweise in Exportversionen vereinheitlichen.

  • Rekuperation & One‑Pedal: Der Entwurf erwähnt A‑Typ‑Regenerationsbremsen und eine Normierung rund um „One‑Pedal“. Das könnte die Reku‑Einstellungen europäischer Modelle klarer strukturieren – gut für Umsteiger.

Einordnung für Käufer:innen.

  • Probefahrt: Wer sehr scharfe Gasannahme gewohnt ist, sollte beim Testen die Fahrmodi und Tastenkürzel prüfen. Bleibt der sportliche Modus nach jedem Stopp aktiv? Wie schnell ist er wieder anwählbar?

  • Versicherung: Ein konservativer Default kann Versicherungsprämien positiv beeinflussen, wenn Unfalldaten das Risiko senken.

  • Over‑the‑Air: Solche Regeln werden oft per OTA in Bestandsfahrzeuge getragen. Prüfen, ob sich Einstellungen persistent speichern lassen oder per Profil schnell abrufbar sind.

Mögliche Nebenwirkungen.

  • Track‑Day & Pässe: Enthusiast:innen müssen Performance ggf. öfter aktivieren; sinnvoll, wenn dafür Shortcut‑Tasten (Lenkrad) vorhanden sind.

  • Marketing vs. Realität: 0‑100‑km/h‑Werte bleiben, sind aber nicht mehr der „Default“. Für Alltag zählt die Standard‑Kalibrierung, nicht der Bestwert.

Fazit. Für Deutschland könnte der „zahme“ Startmodus den Übergang zu immer leistungsstärkeren EVs sicherer machen – ohne Fahrspaß zu verbieten. Wichtig ist, dass Hersteller die HMI so gestalten, dass gewünschte Performance schnell, klar und rechtssicher abrufbar bleibt.

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