Xpeng will bis 2030 jährlich eine Million Autos verkaufen, die Hälfte davon in Europa. Das Ziel von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr in Europa nannte Firmenchef He Xiaopeng am 12. Oktober 2026 am Rande des Pariser Autosalons. Den größten Engpass sieht er bei der Produktion in Europa, Xpeng spricht deshalb mit Magna über mehr Kapazität in Österreich.

Xpeng G9L
Der Xpeng G9L wird bei Magna in Graz gebaut und ist in Deutschland ab 74.600 Euro erhältlich.
Bild-Quelle: Xpeng

500.000 Autos in Europa: mehr als Ford oder Opel

Mit 500.000 Verkäufen pro Jahr läge Xpeng in Europa vor Marken wie Ford, das 2025 mehr als 426.000 Autos in Europa absetzte, und Opel mit rund 400.000 Zulassungen. Davon ist der chinesische Hersteller noch weit entfernt: Seit dem Start in Norwegen 2020 hat Xpeng insgesamt etwas mehr als 60.000 Fahrzeuge in Europa ausgeliefert, die meisten davon 2025 und 2026.

Weltweit lieferte Xpeng von Januar bis September 2026 284.367 Fahrzeuge aus, 9,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Ausland läuft es deutlich besser: 59.479 Auslandsverkäufe bedeuten ein Plus von 100 Prozent, im September waren es mit 10.055 Fahrzeugen erstmals mehr als 10.000 in einem Monat. Im Februar hatte He Xiaopeng intern noch ein Ziel von einer Million Auslandsverkäufen bis 2030 ausgegeben.

Xpeng Mona L03
Der Xpeng Mona L03 kommt aus China und hat in Europa bisher 12.136 Bestellungen gesammelt.
Bild-Quelle: Xpeng

Engpass Produktion: Gespräche mit Magna über Graz

Als wichtigstes Hindernis nennt He Xiaopeng die Produktionskapazität in Europa. Xpeng verhandelt mit dem Auftragsfertiger Magna über einen Ausbau in Österreich und prüft weitere Standorte. Wie viel zusätzliche Kapazität nötig ist, welche Länder infrage kommen und ob es schon feste Investitionszusagen gibt, ist nicht bekannt.

Seit September 2025 laufen bei Magna in Graz die Modelle G6, G9 und P7+ vom Band. Als viertes Modell hat der neue Xpeng G9L am 7. Oktober die Testproduktion in Graz abgeschlossen. In Deutschland kostet er ab 74.600 Euro, die Auslieferung ist ab Dezember 2026 geplant. Weil diese Modelle in der EU gebaut werden, fallen für sie keine EU-Zusatzzölle an. Der Xpeng Mona L03 kommt dagegen aus China.

Absatzziel weltweit 20301 Mio. Fahrzeuge pro Jahr
davon Europa500.000 pro Jahr
Auslieferungen Europa seit 2020über 60.000
Auslandsabsatz Januar bis September 202659.479 (+100 %)
Auslandsabsatz September 202610.055 (+101 %)
Neuzulassungen Deutschland, September 20261.250 (+418,7 %)
Europa-WerkMagna Graz: G6, G9, P7+, G9L
Weitere Werke in Europanicht bekannt

Stand 13.10.2026. Zulassungszahl: Kraftfahrt-Bundesamt.

Deutschland ist Xpengs wichtigster Markt außerhalb Chinas

Für das Europa-Ziel ist Deutschland entscheidend. Von Januar bis August 2026 kam Xpeng hier auf 5.773 Neuzulassungen, im September auf 1.250, ein Plus von 418,7 Prozent zum Vorjahresmonat. Für 2027 peilt die Marke in Deutschland 22.000 Zulassungen an. Treiber sind der Mona L03 mit 12.136 Europa-Bestellungen seit dem Start im Juli und ab Dezember der G9L. Anfang 2027 soll mit dem Mona L05 ein weiteres SUV folgen.

Auch Technik soll helfen: Xpeng bot in Paris betreute Testfahrten mit seinem Fahrassistenten NGP an. Für Kunden in Europa soll er 2027 kommen, eine Zulassung gibt es noch nicht.

Unsere Einschätzung

Von 60.000 Autos in sechs Jahren auf 500.000 pro Jahr ist ein riesiger Sprung. Ohne deutlich mehr Fertigung in Europa ist das Ziel kaum erreichbar, denn reine E-Autos aus China zahlen EU-Zusatzzölle und ab April 2027 sinkt in China die Exportsteuer-Rückerstattung. Der Ausbau bei Magna ist deshalb der Punkt, an dem sich zeigt, wie ernst das Ziel gemeint ist.

Wie viele Autos will Xpeng bis 2030 in Europa verkaufen?
Xpeng will bis 2030 jährlich 500.000 Fahrzeuge in Europa verkaufen. Das ist die Hälfte des weltweiten Ziels von einer Million Autos pro Jahr.
Wie viele Autos hat Xpeng bisher in Europa verkauft?
Seit dem Markteintritt in Norwegen 2020 hat Xpeng etwas mehr als 60.000 Fahrzeuge in Europa ausgeliefert, die meisten davon 2025 und 2026.
Wo baut Xpeng Autos in Europa?
Xpeng lässt bei Magna in Graz die Modelle G6, G9 und P7+ bauen, der G9L hat dort am 7. Oktober 2026 die Testproduktion abgeschlossen. Über mehr Kapazität in Österreich wird verhandelt.
Wird der Xpeng Mona L03 in Graz gebaut?
Nein. Der Mona L03 kommt aus China. In Graz entstehen G6, G9, P7+ und künftig der G9L.
Wie viele Xpeng wurden im September in Deutschland zugelassen?
Im September 2026 wurden in Deutschland 1.250 Xpeng neu zugelassen, 418,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

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Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

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