Bild-Quelle: Lynk & Co
Gemini, Maps und Play: Was Geely mit Google vereinbart hat
Geely Holding und Google haben eine weltweite strategische Partnerschaft geschlossen. Sie soll die Google Automotive Services in geeignete Exportmodelle des Konzerns bringen. Dazu gehören drei Bausteine: der Sprach- und KI-Assistent Gemini, die Navigation mit Google Maps und der Play Store für Apps direkt im Auto. Dazu kommen Sprachbedienung und die Verbindung mit anderen Geräten wie dem Smartphone.
Anders als bei Android Auto oder Apple CarPlay läuft das System nicht über das gekoppelte Handy. Die Google-Dienste sind fest im Infotainment des Autos installiert und funktionieren auch ohne Smartphone.
Geely-Technikchef Shen Yuan begründete den Schritt damit, dass Kunden im Auto zunehmend dieselbe Vernetzung erwarten wie bei ihrer übrigen Unterhaltungselektronik. „Bei dieser Partnerschaft geht es nicht darum, dem Fahrer noch mehr Technik vorzusetzen“, sagte er. Haris Ramic, Produktchef von Android for Cars bei Google, sagte, Nutzer von mehr Modellen aus dem Geely-Konzern bekämen so Zugang zu Apps, Navigation und einem persönlichen KI-Assistenten.
Welche Marken Google bekommen und welche nicht
Ausdrücklich genannt hat Geely Holding fünf Marken: die Kernmarke Geely, Lynk & Co, Smart sowie die malaysische Marke Proton und den Pick-up-Hersteller Riddara. Welche Modelle es zuerst trifft und in welchen Ländern, will der Konzern später mitteilen. Auch das erste Modell mit Google-Diensten ist noch nicht bekannt.
Zeekr steht nicht in der Aufzählung. Volvo und Polestar brauchen die neue Vereinbarung nicht, denn sie nutzen Google schon länger: Polestar hat seit dem Polestar 2 im Jahr 2020 eingebaute Google-Dienste, und Volvo hat 2026 begonnen, Gemini in seine Autos zu bringen.
Zeitplan: Erstes Modell ab Ende 2027, außerhalb Chinas und der USA
Das erste Auto mit Google-Diensten soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 starten. Geely Holding schränkte ein, der Zeitplan hänge von der Produktentwicklung, von behördlichen Vorgaben und von der Marktreife ab. Gelten soll das Angebot in Märkten außerhalb Chinas und der USA, in denen Google-Dienste verfügbar sind. In China selbst sind Google-Dienste nicht erhältlich, dort bleibt es bei den eigenen Systemen.
Deutschland und Europa hat der Konzern nicht eigens genannt. Sie fallen aber unter die beschriebenen Märkte, und für die Marke Geely ist Europa ein wichtiger Wachstumsmarkt. Geely Auto hat sein Exportziel für 2026 von 640.000 auf 920.000 Fahrzeuge angehoben. Bis 2030 will Geely Holding 6,5 Millionen Autos im Jahr verkaufen, mehr als ein Drittel davon außerhalb Chinas.
| Partner | Geely Holding Group und Google |
| Bekanntgabe | 16. Oktober 2026 |
| Dienste | Gemini, Google Maps, Google Play |
| Genannte Marken | Geely, Lynk & Co, Smart, Proton, Riddara |
| Erstes Modell | 2. Halbjahr 2027 |
| Märkte | außerhalb Chinas und der USA, wo Google-Dienste verfügbar sind |
| Erstes Modell (Name) | nicht bekannt |
| Länderliste | nicht bekannt |
| Bereits mit Google built-in | Polestar (seit 2020), Volvo |
Stand 16.10.2026. Modelle und Märkte will Geely Holding später bekanntgeben.
Warum chinesische Hersteller in Europa auf Google setzen
Die Infotainment-Systeme chinesischer Marken sind auf den Heimatmarkt zugeschnitten: chinesische Karten, Apps und Sprachassistenten, die es in Europa nicht gibt. Für den Export müssen die Hersteller deshalb eigene Lösungen nachbauen oder auf Partner setzen. Mit Google built-in bekommen Kunden in Europa Dienste, die sie vom Smartphone kennen, und Google liefert Kartendaten, App-Store und Sprachassistent für viele Länder aus einer Hand.
Geely ist nicht der einzige China-Konzern mit diesem Plan. Auch Xpeng hat angekündigt, Google Play ab 2027 nativ in seine Autos zu bringen. Für Geely kommt hinzu, dass Volvo und Polestar die Technik im eigenen Konzern schon seit Jahren im Alltag einsetzen.
Bild-Quelle: Geely
Wer heute einen Lynk & Co, Smart oder Geely kauft, bekommt die Google-Dienste damit nicht automatisch. Ob bestehende Modelle per Update nachgerüstet werden, hat Geely Holding nicht gesagt; angekündigt ist nur ein erstes neues Modell ab Ende 2027. Für Käufer ist der Schritt trotzdem ein Plus: Navigation, Sprachsteuerung und Apps aus dem Google-Kosmos senken die Hürde beim Umstieg auf eine chinesische Marke deutlich.

