BYD denkt Laden neu: Nicht als lästige Pause, sondern als nahtloses Erlebnis. Am 8. April unterzeichnete der Konzern in Shenzhen einen Partnerschaftsvertrag mit Yum China, dem KFC-Betreiber in China. Das Ergebnis: ein nationales Netz aus Drive-Throughs, bei denen Fahrzeug und Fahrer gleichzeitig in neun Minuten versorgt werden.
BYD und KFC haben eine strategische Partnerschaft unterzeichnet. Das Ergebnis: 9-Minuten-Drive-Throughs in ganz China
Bild-Quelle: BYD
Am 8. April 2026 unterzeichnete BYD an seinem Hauptsitz in Shenzhen einen strategischen Kooperationsvertrag mit Yum China Holdings, dem Betreiber aller KFC-Filialen in China. Die Partnerschaft verbindet BYDs Flash-Charging-Technologie mit dem Drive-Through-Modell von KFC und schafft damit ein völlig neues Format: sogenannte 9-Minuten-Drive-Throughs, bei denen das Auto während der Bestellung lädt und die Bestellung bei Ankunft bereits fertig ist. Ermöglicht wird das durch BYDs zweite Generation der Blade-Batterie, die mit einer 10C-Laderate innerhalb von neun Minuten von zehn auf 97 Prozent geladen werden kann.
Die technische Integration geht dabei über einen einfachen Ladevorgang hinaus. Das KFC-Bestellsystem soll schrittweise in die Infotainmentsysteme aller BYD-Fahrzeuge integriert werden, sodass Fahrer über den Bordbildschirm bestellen können, während das Fahrzeug noch unterwegs ist. Beim Einfahren in die Filiale erkennt das System das Fahrzeug automatisch und stellt sicher, dass die Bestellung frisch und fertig bereitsteht. BYD hat bereits seine 5.000ste Flash-Ladestation in China eröffnet und plant, bis Ende 2026 insgesamt 20.000 Stationen im Land aufzubauen.
Für Deutschland und Europa ist diese Meldung direkt relevant. BYD plant parallel zum China-Ausbau, bis Ende 2026 genau 6.000 Flash-Ladestationen außerhalb Chinas zu errichten, davon 3.000 allein in Europa. Ob und in welcher Form das KFC-Kooperationsmodell nach Europa kommt, ist noch offen, aber die Signalwirkung ist eindeutig: BYD baut nicht nur Autos, sondern ein vollständiges Ökosystem aus Fahrzeug, Laden und Alltagsinfrastruktur. Für deutsche Anbieter wie IONITY oder EnBW ist das eine ernsthafte strategische Herausforderung.