EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič trifft am 8. Oktober in Peking Chinas Handelsminister. Im Fokus: die Flut an Hybridautos aus China, die den EU-Zöllen bisher entgehen. Ihre Exporte in die EU sind von 3.800 auf rund 50.000 pro Monat gestiegen. Deutschland und Frankreich könnten eine Obergrenze fordern. Was das für Modelle wie den BYD Seal U DM-i bedeuten würde.

BYD Seal U DM-i in Seitenansicht – im Juli 2026 meistverkaufter Plug-in-Hybrid in Deutschland

EU-Handelsgespräche in Peking zu China-Hybride.
Bild-Quelle: BYD

EU und China verhandeln über Hybride, Zölle und Rohstoffe

Am Donnerstag, 8. Oktober 2026, trifft EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič in Peking den chinesischen Handelsminister Wang Wentao. Hintergrund ist das wachsende Handelsungleichgewicht: Der Überschuss Chinas im Handel mit der EU erreichte 2025 einen Rekord von 360,6 Milliarden Euro, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. In den ersten vier Monaten 2026 wuchs er um weitere 10 Prozent.

Für die Autobranche ist vor allem ein Thema brisant: die stark steigenden Exporte chinesischer Hybridautos in die EU. Daneben geht es um seltene Erden. Ein einjähriges Moratorium, mit dem China zusätzliche Exportbeschränkungen für seltene Erden und Mineralien ausgesetzt hat, läuft in den kommenden Wochen aus. Von diesen Rohstoffen hängen Elektromotoren auch europäischer Hersteller ab.

Treffen 8. Oktober 2026, Peking: Šefčovič und Wang Wentao
China-Überschuss mit der EU 2025 360,6 Mrd. Euro (+15 %)
Hybrid-Exporte Chinas in die EU 3.800 (Oktober 2024) → rund 50.000 (Juli 2026) pro Monat
EU-Zusatzzoll auf China-Elektroautos 7,8 bis 35,3 % je nach Hersteller, seit 2024
Hybride und Plug-in-Hybride vom Zusatzzoll ausgenommen
Mögliche Maßnahmen Obergrenze für Hybrid-Exporte, Vorrang für europäische Autos bei öffentlichen Aufträgen, strengere Regeln für Übernahmen

Stand 7. Oktober 2026. Ob und welche Maßnahmen die EU ergreift, ist offen.

Warum ausgerechnet Plug-in-Hybride im Fokus stehen

Die EU-Zusatzzölle von 2024 gelten nur für reine Elektroautos aus China. Hybride und Plug-in-Hybride sind ausgenommen. Chinesische Hersteller haben darauf schnell reagiert und ihr Angebot in Europa auf Plug-in-Hybride ausgerichtet. Die Exporte von Hybridautos in die EU stiegen von 3.800 im Oktober 2024 auf rund 50.000 im Juli 2026, mehr als das Dreizehnfache.

Auch in Deutschland ist das deutlich zu sehen. Mehr als 60 Prozent der BYD-Verkäufe hierzulande sind in diesem Jahr Plug-in-Hybride. Bestseller ist der BYD Seal U DM-i, der im September allein mehr als 1.800 Neuzulassungen erreichte. Weitere China-Marken wie Jaecoo, Omoda oder Deepal setzen ebenfalls auf Plug-in-Hybride. Die EU hatte China bereits zur Selbstbeschränkung bei Hybriden aufgefordert.

Was eine Obergrenze für Käufer in Deutschland hieße

Deutschland und Frankreich könnten nach dem Treffen auf eine Obergrenze für Hybrid-Exporte aus China drängen, dazu auf einen Vorrang europäischer Autos bei öffentlichen Aufträgen und strengere Regeln für chinesische Übernahmen. Entschieden ist davon nichts. Eine Obergrenze würde das Angebot zollfreier China-Plug-in-Hybride verknappen und könnte die Preise steigen lassen. Kaum betroffen wären Modelle, die in Europa gebaut werden. BYD hat ein eigenes Werk im ungarischen Szeged, andere chinesische Hersteller lassen in Spanien oder Österreich fertigen. Wie die bisherigen Zölle funktionieren und warum Hybride ausgenommen sind, erklärt unser Ratgeber zu den EU-Zöllen auf China-Autos.

Worum es eigentlich geht

Die Zölle von 2024 haben die Strategie der chinesischen Hersteller verändert, aber nicht ihren Erfolg gebremst. Statt reiner Elektroautos schicken sie vermehrt Plug-in-Hybride nach Europa, die keinen Zusatzzoll zahlen. Die EU steht damit vor der Frage, ob sie diese Lücke schließt. Für Käufer in Deutschland ändert sich vorerst nichts, wer aber einen chinesischen Plug-in-Hybrid plant, sollte die Entwicklung in den nächsten Wochen verfolgen.

Gibt es EU-Zölle auf Plug-in-Hybride aus China?
Nein. Die EU-Zusatzzölle von 2024 gelten nur für reine Elektroautos aus China. Hybride und Plug-in-Hybride sind bislang ausgenommen.

Wie viele Hybridautos exportiert China in die EU?
Im Juli 2026 waren es rund 50.000 pro Monat, nach 3.800 im Oktober 2024.

Wann treffen sich EU und China zu Handelsgesprächen?
EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič trifft Chinas Handelsminister Wang Wentao am 8. Oktober 2026 in Peking.

Was könnte die EU gegen China-Hybride unternehmen?
Im Gespräch sind eine Obergrenze für Hybrid-Exporte, ein Vorrang europäischer Autos bei öffentlichen Aufträgen und strengere Regeln für chinesische Übernahmen. Entschieden ist noch nichts.

Wären in Europa gebaute China-Autos betroffen?
Eine Obergrenze für Exporte aus China würde Fahrzeuge aus europäischen Werken, etwa aus dem BYD-Werk in Ungarn, voraussichtlich nicht betreffen.

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Philipp Wiedmaier
Über den AutorPhilipp WiedmaierGründer & Chefredakteur

Philipp Wiedmaier hat chinaelektro.de 2025 gegründet und verantwortet die Redaktion. Er wertet MIIT-Zulassungsdaten und Herstellerangaben aus und ordnet ein, welche der über 500 erfassten Modelle tatsächlich nach Deutschland kommen – mit Blick auf Preis, Zölle und Marktstart.

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redaktion@chinaelektro.de · LinkedIn