Xpeng im Januar 2026: Auslieferungen brechen ein – Luxus‑Van X9 bleibt Hoffnungsträger
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Xpeng hat im Januar 2026 insgesamt 20.011 Fahrzeuge ausgeliefert, das entspricht einem Rückgang von 34,07 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und sogar 46,65 Prozent weniger als im Dezember 2025. Dieser Einbruch steht im starken Kontrast zum Rekordjahr 2025, in dem Xpeng mit 429.445 ausgelieferten Fahrzeugen ein Wachstum von rund 126 Prozent geschafft und sein Ziel einer Verdopplung der Jahresauslieferungen übertroffen hatte. Der deutliche Rückgang im Januar zeigt, wie sensibel das Wachstum auf Modellwechsel, Förderbedingungen und die Saison rund um das chinesische Neujahrsfest reagiert.
Als Gründe nennt das Unternehmen vor allem Modellumstellungen und den Hochlauf neuer Varianten: Anfang Januar wurden der 2026 P7+, die überarbeiteten 2026 G6 und G9 sowie neue EREV‑Varianten des G7 vorgestellt, was vorübergehend zu geringerer Verfügbarkeit und einer Verschiebung von Auslieferungen geführt hat. Hinzu kommen der generelle Nachfrageknick nach dem starken Schlussquartal 2025 und die verschärften Effizienzvorgaben in China, die einige ältere Konfigurationen unter Druck setzen.
X9 als Stabilitätsanker: Erfolgreicher MPV in einer schwierigen Phase
Trotz des schwachen Gesamtvolumens bleibt der Xpeng X9 ein wichtiger Stabilitätsanker im Portfolio des Herstellers. Bereits 2025 kam der X9 – damals noch als erste BEV‑Version – auf 26.017 Auslieferungen und machte damit etwa 6,06 Prozent der Xpeng‑Gesamtverkäufe aus. Für einen großformatigen Siebensitzer‑MPV ist das ein bemerkenswerter Wert, vor allem wenn man berücksichtigt, dass Xpeng traditionell eher in den Segmenten Limousine und SUV stark war.
Die Strategie für 2026 baut klar auf diesem Fundament auf: Mit der Einführung des 2026 X9 BEV als überarbeitete Version mit bis zu 750 km CLTC‑Reichweite, 800‑Volt‑Architektur und dem neuen Turing‑AI‑Chip mit bis zu 2.250 TOPS will Xpeng den X9 vom Nischen‑MPV zum Leitprodukt für Technik und Premium‑Komfort entwickeln. Ergänzt wird das durch den bereits im November 2025 präsentierten X9 EREV, der eine kombinierte Reichweite von bis zu 1.602 km bietet und damit besonders für Langstrecken‑ und Flottenkunden interessant ist.
Pre-Sales des 2026 X9 BEV: Xpeng setzt auf Hightech statt Volumenrabatt
Mit den Ende Januar gestarteten Vorbestellungen für den 2026 X9 BEV setzt Xpeng ein deutliches Signal, wie man aus der Januar‑Delle herauskommen will. Kunden in China können den erneuerten Siebensitzer mit einer Kaution von 2.000 RMB reservieren, die beim Kauf als 7.000 RMB Rabatt verrechnet wird, wobei fünf verschiedene Varianten (darunter 665 Max, 650 Ultra und 750 Ultra) zur Wahl stehen. Die Preislisten wurden noch nicht offiziell veröffentlicht, orientieren sich aber voraussichtlich am 2025er‑Modell, das bei 359.800 RMB startete, plus Aufschlag für Reichweite, Hardware und KI.
Technisch positioniert Xpeng den X9 klar als Showcase der eigenen Plattform‑ und Softwarekompetenz: Die 800‑Volt‑Full‑Domain‑Plattform, ein 5C‑fähiger LFP‑Akku mit 313 km Nachladen in 10 Minuten und der besonders niedrige CLTC‑Verbrauch von 15,9 kWh/100 km zielen ins Zentrum aktueller Effizienzdebatten in China. Gleichzeitig macht die serienmäßige Ausstattung mit Turing‑AI, lokaler KI‑Sprachsteuerung und umfangreichen Komfortfeatures (27 Lautsprecher, Nappasitze mit Massage, Ayous‑Echtholz) den X9 zu einem Flaggschiff oberhalb von G6 und G9.
Ausblick: Kann der X9 den schwachen Jahresstart kompensieren?
Für Xpeng ist der X9 2026 mehr als nur ein weiteres Modell – er ist Schlüsselbaustein in der Wachstumsstrategie, die für 2026 550.000 bis 600.000 Auslieferungen vorsieht. Dieser Zielkorridor entspricht einem erneuten deutlichen Wachstum gegenüber 2025 und setzt voraus, dass die neuen Baureihen, insbesondere X9 BEV und X9 EREV, im Laufe des Jahres voll durchstarten und auch international an Fahrt gewinnen. Gleichzeitig will Xpeng den Anteil der Overseas‑Verkäufe, der 2025 bei 45.008 Fahrzeugen bzw. rund 10 Prozent lag, weiter erhöhen – hier spielt der X9 als großvolumiger Premium‑MPV für Europa und ausgewählte andere Märkte eine zentrale Rolle.
Kurzfristig bleibt jedoch die Frage, wie schnell Xpeng die Januar‑Delle ausgleichen kann: Der Hochlauf der 2026er‑Modelle, die Anpassung an neue Effizienzregeln und die Vorbereitung weiterer Exportmärkte (inklusive Norwegen und perspektivisch EU‑Start des X9) werden darüber entscheiden, ob das Unternehmen seinen ambitionierten Korridor von bis zu 600.000 Auslieferungen erreicht. Klar ist: Wenn ein Modell Xpeng durch das schwierige erste Halbjahr 2026 tragen kann, dann der X9 – als Technologieträger, Familien‑Flaggschiff und Imageträger für den europäischen Markteintritt.